made in china ist made in China. Lea Schneider bewegt sich durch sechs chinesische Metropolen, durch die chinesische Sprache, durch die chinesische Geschichte. Nanjing, Shanghai, Hong Kong, Taipei, Chengdu, Beijing — die Gedichte sind in den Städten entstanden, aber keines behauptet, sie zu kennen oder erklären zu wollen. Stattdessen sind sie ein zärtliches Sammeln und Suchen: Nach Objekten, Texten, Sprachfragmenten und Gerüchen, die uns viel näher liegen, als eine koloniale Sichtweise auf China nach wie vor behauptet. Was sie finden ist keine Stadt, kein Land: Sie finden ein Loch im Papier, das groß genug ist. Groß genug für Freundschaften mit Menschen, Büchern und Geistern. Groß genug für eine Nostalgie, die zwar in die Vergangenheit schaut, aber sich an die Gegenwart richtet — eine auf 350 km/h beschleunigte Gegenwart, gegen die Europa alt aussieht.

Mehr über „made in china“ gibt es online u.a. in Interviews und Lesungen mit Radio Eins, im Podcast Poesie als Modus, beim Viral-Festival und beim Poesiefestival Berlin.

„Eine außergewöhnliche Publikation. […] Mit der Akribie einer Ethnologin und der Sprache einer Dichterin […] ist es Lea Schneider gelungen, dieses Gefühl von asiatischer Italianitá zwischen den Zeilen durchschimmern zu lassen.“
Constanze, Alvarez, BR

„Dieses Buch ist ein Antibescheidwisserbuch, und deshalb ist es schonmal wertvoll. „Ich habe das nicht gewusst“ ist der Refrain, mit dem Lea Schneider die Beobachtungen, Gesprächsfetzen und Fundstücke kontrapunktiert, die sie aus mehreren chinesischen Städten zusammenträgt. […] Der Gewinn: Die Vielstimmigkeit einer Erfahrung, die sich auf das Leben in China mit ungewöhnlicher Offenheit eingelassen hat.“
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

„Wie schön, wenn der Begriff China-Watcher sich verändern würde, weniger klänge wie Kolonialsafari und nur noch anwendbar wäre auf Blicke, wie Lea Schneider sie hat. Blicke, die vieles gesehen haben und zugleich sagen: „ich habe das nicht gewusst“.“
Lin Hierse, taz

„Deutsch und Chinesisch, schreibt Lea Schneider, sind „sprachen, die sich der welt mit zärtlichkeit nähern, mit der zärtlichkeit, mit der man einen fisch erschlägt“. Mit rastloser Behutsamkeit nähert sich die Dichterin in „Made in China“ nicht nur den Worten beider Sprachen, sondern auch sechs chinesischen Städten, ihrem Sound, ihren Menschen, ihrer Seele. Man ist mit ihr dort.“
Welt am Sonntag

„Um es gleich vorwegzunehmen: Das ist eins der schönsten Bücher seit langem, die ich in der Hand hatte. […] Im ersten Moment stand mir eine ungewohnte Unübersichtlichkeit gegenüber, die sich schnell ins totale Gegenteil verkehrte: Deutsch, Chinesisch, Zeichnungen, graue Kästen, die sich als übermalte Schriftzeichen herausstellen, und für diejenigen, die Chinesisch lesen können entschlüsselbar bleiben, Verweise auf Lektüren in der Marginalspalte. Überhaupt: ein Buch mit Marginalspalte – ich bin hingerissen.“
Peggy Kames, Sinofilia

„Lea Schneider behauptet nicht zu kennen, nicht die eigene und auch nicht die fremdere Kultur, erklärt nicht, führt auf, nähert sich an, beschreibt, vorsichtig, respektvoll, achtsam. So schlägt sie überraschende Brücken zwischen den Sprachinseln, Objekten, Menschen, Geschlechtern. […] Begeisterung pur!“
Veronika Lichter, Bücherfrauen.de

„Eine wohldurchdachte Verdichtung […] aus übersetzten Zitaten, Gesprächen, sinnlichen Wahrnehmungen, örtlichen und situativen Beschreibungen sowie sozio-politischen Kontextualisierungen, die zusammengenommen so etwas wie einen lyrischen Essay ergeben. […] Lea Schneider […] bewahrt sich und ihrer Leserschaft stets diese ungeteilte Aufmerksamkeit für die feinen Zusammenhänge, stärkt den Mut für die eigenen Prämissen, vielleicht auch dies eine unentbehrliche Handreichung in Zeiten der Panik und des mancherorts aufsteigenden Zynismus.“
Marcus Neuert, Fixpoetry

„Lea Schneider und Yimeng Wu geht es ums Verstehen, ums ständige Suchen, ums wirkliche Eindringen in die chinesische Kultur, in Sichtweisen, die dennoch (natürlich) immer wieder kritisch hinterfragt werden. Aber eben respektvoll – mit „wütender behutsamkeit“, wie die Autorin selbst formuliert. Eine etwas andere, poetisch-nachdenkliche Annäherung an China!“
Oliver Graue, BizTravel

„Und so liest sich der Text als ein Partisanenstück zwischen den Genres, […] wird zur Sehhilfe, zur Führung des Blicks. Andererseits lässt dieser Text, der formal aus Anaphern und Epiphern, Parellelismen überhaupt, Ellipsen und Motivvariationen gesponnen ist, den Leser*innen viel Freiheit, einen Ort zu finden. […] Die Vielstimmigkeit […] ist ein durchgängiges Verfahren des Textes und von der Gestalterin Andrea Schmidt durch senkrecht fallende Annotationen hervorgehoben. […] Die Überfülle der Bezüge, die Fülle der Meinungen, sie stehen ganz im Sinne chinesischer Philosophie dem Nichts gegenüber.“
Monika Littau, Fixpoetry