„Ein Selbst, das fliegen kann, ist eine gute Übung“, sagt Zang Di. Die vorliegende Ausgabe ist die erste deutschsprachige Auswahl aus dem bislang elf Bände umfassenden Werk des 1964 geborenen Dichters. Zang Dis mehrfach preisgekrönte Lyrik ist ein Zwiegespräch mit östlichen wie westlichen Schreib- und Denkweisen. Dabei reiht seine Dichtung sich ein in die jahrtausendealte chinesischen Tradition, sich durch Lyrik politisch oder gesellschaftskritisch zu äußern. Das Alltägliche ist der Schauplatz seiner Dichtung. Aus ihm entwickelt sich das Prüfmoment der eigenen Wahrheit und Integrität.

„Chinesische Lyrik aus dem Hier und Jetzt. Manches ist politischer Kommentar, anderes ist Reisebeschreibung, Alltagsreflexion oder Lektüreeindruck. Zang Di reist (Berlin, Hamburg, Amsterdam) und liest viel (Dickinson, Brecht, Rulfo). Hier öffnet sich ein chinesischer Autor der Welt. Frisch!“
Katharina Borchardt, Litprom-Bestenliste

„Vom Spinat bis zum Alexanderplatz wird hier gezeigt, wie politisch unpolitische Dichtung sein kann. Die Dichtung lebt! Es lebe die Dichtung!“
Insa Wilke, Deutschlandfunk

„Mit einer heruntergekühlten und doch hoch sensiblen Wahrnehmung forscht der 1964 in Beijing geborene Dichter in langzeiligen Reflexionsgedichten Phänomenen wie Schmerz, Liebe, Einsamkeit oder ungerechten Strukturen nach, holt dabei auch Momente der harten chinesischen Realität in seine Verse. […] Es ist eine tastende Möglichkeitsdichtung, zu deren liebsten Wörtern „manchmal“, „vielleicht“, „natürlich“ oder „andererseits“ gehören. So umkreist Zang Di die Dinge eher, als dass er sie in der Sprache festzurren würde, nähert sich, entfernt sich wieder oder hält alles mit seinen Freien Rhythmen in einer labilen Schwebe. Dong Li und Lea Schneider haben diese Versbewegung und den Parlandoton in ihren Übersetzungen sehr schön nachgebildet.“
Nico Bleutge, Süddeutsche Zeitung

„Sie hat es wieder getan. Lea Schneider, die Herausgeberin der 2015 erschienenen „Chinabox“, eines Bandes zur neuen Lyrik aus der Volksrepublik, widmete sich diesmal dem Poeten Zang Di (臧棣). Die Lyrikerin und Übersetzerin fand Dong Li, auch er ist Lyriker und Übersetzer, gemeinsam übertrugen sie 62 Gedichte Zang Dis ins Deutsche. […] Lyrik ist für Zang Di Ausdruck des Ich, was mit der Welt in Beziehung tritt und damit greift er auch auf die lange Tradition chinesischer Lyrik zurück. Eine Reise, eine Zeitungsnotiz, eine Erinnerung – alles wird Gedicht. Dabei verweigert er einfache Erklärungen und bleibt oft mystisch-surreal. […] Zang Dis Gedichte erschließen und entfalten sich oft erst bei mehrmaliger Lektüre. Wenn das kein Indiz für Nachhaltigkeit ist.“
Peggy Kames, Sinofilia

„Das ist das Wesen von Sprache, wie sie Zang Di zu formen vermag: Auch wer nicht immer alles an und mit der Sprache erklären kann, kann die Besonderheiten der Realität verstehen. Das Wissen darum in jedem einzelnen Gedicht zu transportieren und dabei wieder und wieder für stilistische wie konzeptuelle Überraschungen zu sorgen, macht diesen Gedichtband groß. Er ist ein Lehrstück, eine tiefgreifende Erfahrung und große Unterhaltung zugleich.“
Lukas Hermann, Poesi